Mittwoch, 14. Juni 2017

MMM 11/17 Einfarbiges Vorturnen

Hallo ihr Lieben, heute darf ich wieder Gastgeberin auf dem MeMadeMittwoch-Blog sein. Hier mein heutiger Post:

Immer wieder stelle ich fest, dass ich mir viel zu selten unifarbene (oder ist das Wort jetzt doppelt gemoppelt und heißt einfach nur uni?) Kleidung nähe. Ich kaufe auch viel zu selten einfarbigen Stoff, Der Griff zu einem schönen Muster ist beim nicht zielgerichteten Stoffkauf irgendwie immer viel spannender. Auch bin ich bei einem schönen Muster bzgl. der Stoffqualität eindeutig toleranter. Wie geht es euch damit? Habt ihr genügend einfarbigen Stoff im Lager?
Habt ihr eine bestimmte Stoffqualität eines Anbieters, die ihr euch immer dann kauft, wenn ihr was Einfarbiges wollt oder braucht? 


Am vorletzten Wochenende habe ich mir endlich mal wieder ein einfarbig schwarzes Kleid genäht. Aber ganz farb- und musterlos finde ich es nicht;




Denn der matte Baunwollstoff ist mit in Kreisen aufgestickten Bändern verziert. Ich vermute, dass ich diesen Stoff vor einiger Zeit mal beim Überhangverkauf des Berliner Labels Thatchers gekauft. habe (welcher aktuell leider nicht mehr stattfindet). Ganz sicher bin ich mir, dass ich daraus ein Annadress (by Hand London) nähen wollte.
Da ich dann den Annaschnitt doch nicht ganz so optimal in der Passform für mich fand, blieb der Stoff liegen.
Bis ich von Wolleliese an den altbekannten, aber etwas in Vergessenheit geratenen Schnitt "Vintage Shirt Dress" von Sew over erinnert wurde. Danke! Ich hatte den Schnitt vor zwei Jahren schon zweimal genäht, einmal in der ärmellosen Variante (hier) und einmal mit den Ärmeln (hier).  Wie konnte ich den Schnitt nur vergessen? 


An dem Schnitt hatte mir besonders gefallen, dass für die ärmellose Variante eine andere Schulternahtlinie als für die Ärmelvariante vorgesehen ist. Dadurch schmiegt sich das Ärmelloch toll und ist nicht so offenherzig.



Da sich beim Anpassen der beiden ersten Kleider die Abnäher aus Ober- und Unterteil immer etwas versetzt haben und am Ende deshalb nicht mehr schön direkt übereinander saßen, habe ich dieses Mal zuerst die Taillennaht geschlossen und erst ganz am Ende den Abnäher -bzw die eingenähte Falte. Bei der Gelegenheit habe ich diese Abnäherfalte auch gleich etwas mehr zur Mitte gerückt, so sitzt dieser unterhalb meines Brustpunktes 
Ausserdem habe ich -tadaa- Taschen eingebaut. Die Eingriffslinie habe ich an das aufgestickte Muster angepasst.

Erkennt man, wie meine Hand in diese Tasche greift?



Das Oberteil wird leicht angekräuselt und ist dadurch etwas blusig


Die Knödelknöpfe.
Passende Knöpfe vom Crellemarkt hatte ich zufällig auch noch im Lager. Leider nur 5 Stück. Aber da der Stoff nicht flatterig ist, reichten 2 Knöpfe am Rockteil aus, um den Rock nicht aufklaffen zu lassen. Die sonntägliche Radtour durch Kreuzberg, bei der die Fotos entstanden, überstand das Kleid verschlossen. Falls sich das aber doch noch als Ärgernis heraustellen sollte, kann ich ja den Rock unterhalb der Knöpfe immer noch mit ein paar Handstichen an den Blenden zusammennähen.




Hier erkennt man vom Kleid nicht all zu viel, aber die Lokation war natürlich so gewollt, das möchte ich euch nicht vorenthalten ;))


Guckt unbedingt drüben auf dem MMM-Blog, wer heute alles an der Mittwochs-Linkparty mitmacht.

Mittwoch, 31. Mai 2017

MMM 10/17 Mal wieder Waxprint

Meine Stoffe aus einer großen sehr großen Gemeinschafts-Waxprintsammelbestellung im Sommer 2014 haben sich leider im Stoffregal ziemlich festgesetzt. Irgendwie ist dieses Material einfach nicht meins. Ich liebe die Muster (also auf jeden Fall die, die ich mir bestellt habe), aber die störrische Steife des Stoffs ist so ziemlich das Gegenteil von meinen heißgeliebten Bequemjerseys.
Gerade mal zwei Röcke sind bislang aus meinem damaligen Waxprintbestellungsanteil entstanden (hier und hier)

 
Von Monikate bekam ich die Hälfte ihres tollen Knödelstoffes (hier ihr Werk) aus dieser Großbestellung. Das Muster und die Farben sind echt toll.

Ich hatte im letzten Sommer angefangen ein Kleid zu nähen, indem ich das Elisalix-Oberteil (By Hand London) zugeschnitten, zusammengenäht und mit der Anpassung begonnen hatte. Da blieb es dann liegen.

Bis ich es nun Anfang April anlässlich eines Nähkränzchen wieder hervorholte. Feststellte, dass die Anpassung im letzten Sommer doch besser gelungen war als gedacht. Und es um ein Hollyburnrockteil zum Kleid mit seitichem RV ergänzte. Deshalb hat das Kleid so tolle Taschen- Hollyburntaschen.

Bei dem heißen Wetter da draußen trägt sich das Kleid tatsächlich wirklich toll. Der Waxprint ist trotz der Dicke erstaunlicherweise oder eigentlich natürlich überhaupt nicht erstaunlicherweise sehr hitzekompatibel. Mehr Luft kriegste unter einen Rock nicht.
Aber an den Armausschnitten zwickt der Stoff -obwohl ich die Kanten schon mit einem Jerseystreifen verstürzt habe.

Sybilles leinenartiges Lempidress scheint mir trotz der langen Ärmel auch schön luftig zu sein. Es sieht auf jeden Fall super aus- schaust du MMM-Blog.

Mittwoch, 3. Mai 2017

MMM 9/2017 Motto Blumen in altem Burdakleid

Heute ist nicht nur Mittwoch sondern auch noch mehr....
Z.B. Mottotag beim MMM: Thema Blumen. 


Blumen sind ein Thema, mit dem ich mich bereits näher beschäftigt habe anlässlich des BMM - Blümchenmonat Mai, einer Aktion die Meike / Frau crafteln 2012 organisiert hat. Damals nähte ich mehrere Blümchen-/Blumenklamotten, von denen ich noch 2 Kleider besitze.
Dieses Burdakleid (hier 2013 schon mal gezeigt) war lange eines meiner absoluten Lieblingskleider, bis es mir dann vom Gefühl her zu kurz wurde. Es ist nicht beim Waschen eingegangen, sondern mein Alter und die Rocklänge fingen an, nicht mehr miteinander zu harmonieren. Und so blieb es immer öfter im Schrank liegen und wanderte immer weiter nach unten. Bis ich es demletzt bei einer Ausmisteaktion wieder in den Händen hielt und Hemmungen verspürte, es auf den Verschenkestapel zu legen. Denn -tadaaa- der Saum ließ sich noch um ein paar cm rauslassen und mit einem schwarzen Jerseystreifen verstürzen. Besonders froh bin ich, dass man trotz der wirklich häufigen Wäschen die ehemalige Saumkante nicht an einem hellen Streifen erkennen kann.


Jetzt habe ich also ein ehemaliges Lieblingskleid hoffentlich revitalisiert. Ich bin gespannt, ob ich es nun wieder regelmäßig tragen werde. "Irgendwas" kann ja trotzdem immer noch sein.

Ich mag das Blumenmuster sehr, habe viele schöne Erinnerungen an Tage in diesem Kleid.


Einzig die Passform im Oberkörper würde ich heute beim Neunähen optimieren.
Und auf jeden Fall lieber eine Strumpfhose anziehen, wenn ich gleich aus dem Haus gehe.


Noch mehr Blumen gibt es auf dem MMM-Blog, ich bin gespannt, was es da alles an floralen Mustern und Erkenntnissen zu entdecken gibt.

Sonntag, 23. April 2017

Grün, grün, grün ist mein neuer Mantel

Letztes Jahr im November entdeckte ich auf dem Maybachufermarkt ein Reststück grüne "Alles Wolle"-Wolle-mit-irgendwas. Es ist sowieso immer schwer, schönen grünen Stoff zu finden und in diesem Farbton ist mir noch nie so richtig was über den Weg gelaufen. Nicht Oliv, nicht Petrol, nicht Gras, nicht Flasche- nein, einfach ein tolles warmes Mittelgrün.


Leider war der Rest nicht allzu groß, etwas um die 1,55m Länge an der längsten Stelle.
Ich stand vor der Wahl, einen Rock daraus zu nähen oder doch einen Mantel zu versuchen.
Der Versuch gelang und ich schafte es, den bereits zweimal genähten Mantelschnitt 108A aus der Burda 1/2016 aus dem Reststück zugeschnitten zu bekommen (Version eins hier, Version zwei hier). Nur für den Stoffgürtel fehlte es an Material. Der ließ sich nicht einmal zusammenstückeln, was mich beim Nähbeginn nicht weiter störte, kommt Zeit - kommt Lösung. Meine schwammige Idee war es, einen Gürtel aus Krawatten zusammenzustetzen.....


Abgewandelt habe ich den Schnitt, indem ich nicht nur wieder die merkwürdigen Schulterklappen wegfallen ließ, sondern diesmal auch die mir im Schulterbereich etwas zu üppigen Originalärmel durch die Ärmel des Isla Trenchs (named pattern) ersetzte.

Das Nähen bis zu dem Punkt "fast fertig" ging schnell. Dann paarte sich meine übliche Abschlussschwäche mit dem Gürtelproblem. Und ich fand keine Zeit mehr zum Nähen. Es wurde kalt, ich kaufte eine neue Nähmaschine, verbrachte die Weihnachtstage faul im Bett und plötzlich war es Frühling.
Unterwegs schaute ich mich immer mal wieder wenig zuversichtlich nach grünem Stoff und -tada!- nach grünen Kaufgürteln um. Denn -das war mir völlig klar- die gibt es noch seltener als schöne grüne Stoffe.

 
So hing der Mantel, fast fertig und gürtellos. Bis ich dann plötzlich Ende März DEN Gürtel fand. Unfassbar. Exakt passendes Grün mit orangem Innenleben. 


Ich konnte mein Glück kaum fassen. Und obwohl der Gürtel ("TH" Logo sei dank ;) teurer als das ganze Mantelmaterial war, musste ich ihn natürlich mitnehmen. Die Euphorie hielt an, ich habe den Mantel ruckzuck fertig genäht und dem Gürtel kleine Schlaufen geschenkt.


Letztlich fehlten nur noch die Tragefotos. Mit Selbstauslöserautomatik machte ich ungefähr 100 Stück. Alle ohne Kopf, manche sogar ganz ohne mich:


Auf einigen konnte man meinen Kopf immerhin im Ansatz erahnen:


Und dann noch diese zurechtgeschnitten - da war ein häßlicher blauer Mülleimer im Hintergrund. Man kann einfach nicht alles haben. Hauptsache der Mantel ist toll!

Mittwoch, 19. April 2017

MMM 8/2017 Hollyburn in oliv

Ich zähle meine Hollyburn-Röcke nicht mehr. Ich habe sie in vielen Farben und Stoffqualitäten und liebe sie fast alle.
Heute trage ich meinen Olivfarbenen, irgendwann im letzten Jahr genäht aus einem lange aufbewahrten Stoffrest von einem Tochterkleid. (Welches ich ganz liebreizend und wunderschön fand, das das eigensinnige Kind aber NIE getragen hat). Ihr hört es raus, es stecken Emotionen drin im Stoff.



In echt ist der Saum nicht schief. Komisch, Hollyburnröcke sehen auf meinen Fotos immer sehr schief aus.

Auch die Strickjacke ist ein emotional behaftetes Teil aus meinem Kleiderschrank. Sie gehörte irgendwann in den späten 70ern meiner Mutter und ich liebte die Pferde darauf immer sehr (damals war ich ein leidenschaftliches Pferdemädchen). 
Die Strickjacke war mal ein ganzes Stück länger.



In all den anno-irgendwann-Zeiten, als ich noch nicht mal wusste, dass es so Geräte wie eine Overlock überhaupt gibt, habe ich trotzdem munter T-shirts genäht und bedenkenlos Strickstoffe verarbeitet. Aus Pullis Strickjacken gemacht oder -wie hier auch- Strickjacken auf meine Länge gekürzt, indem ich das Bündchen abgeschnitten und weiter oben wieder angenäht habe. Je nach Lust und Laune diese Naht manchmal -aber nicht immer- noch mit einem Zickzackstich versäubert.
So auch bei dieser Jacke. Man sieht die Kürzung von außen nicht. Das Kürzungsraster folgte den Knopfabständen. Zu dem Rock könnte die Jacke noch etwas kürzer sein.....


Und was tragt ihr? Etwas ganz Neues wie Claudias tolles Kleid heute auf dem MMM-Blog? Oder auch was Altes in Kombination mit etwas ganz Altem?

Mittwoch, 12. April 2017

MMM 7/2017 Im Ozelot-Raven

Hallo, ich heiße Wiebke und habe mir ein neues Kleid genäht.
Dieses Mal kein endlich fertig genähtes Liegengebliebenes (mit diesen UFO-light-Teilen beschäftige ich mich gerade intensiv und verhältnismäßig diszipliniert) sondern ein ganz neues aus einem auch gerade erst zusammen mit Lotti Katzkowski auf dem Maybachufermarkt gekauften Animalstoff. Ozelot in großgemustert.

Der Schnitt ist Raven aus der Maison Victor (hier mein erstes Exemplar mit Schnittmusterzeich-nung), das Hängerchen mit der tiefsitzenden Beuteltasche.

Der Stoff hat etwas Stand, etwas Stretch und ganz viel Gemütlichkeit.

Alle Kanten mit Blenden verstürzt und von Hand unsichtbar angenäht
Da er nicht in ausreichender Menge vorhanden war (ich habe 1,50m bestellt und tatsächlich auch nur 1,50m bekommen), mussste ich die Ärmel um 8cm kürzen. Was ich jetzt im nachhinein richtig gut finde. Was mir aber während des Nähprozesses etwas Kopfschmerzen bereitete, da der Ärmel normalerweise eingekräuselt an ein Bündchen genäht wird. Das wäre bei der knapp Überellenbogenlänge merkwürdig geworden. Nun habe ich Ärmel ohne Kräusel und ohne Bündchen. Erstaunlicherweise war auch die Weite des Ärmels genau richtig für diese Variante.

Ich wollte die Tasche dieses Mal etwas höher einnähen, hatte es dann aber vergessen. Jetzt sitzt sie also original tief.


Mehr MeMade Kleidung am Mittwoch gibt es wieder auf dem MMM-Blog. Unsere heutige Gastgeberin ist Dodo, die uns nicht nur ein Osterei präsentiert sondern eine komplette MeM
ade-Gaderobe.

Mittwoch, 5. April 2017

MMM 6/2017 Nähfrühjahrsputz

Zu meinem aktuellen Nähverhalten würde eigentlich eher das Motto Frühjahrsputz passen, ich nähte nämlich gerade ein paar UFOs light weg. Also solche UFOs, die auf einem Stuhl neben der Nähmaschine lagern und noch nicht in einen der sich immer mehr verfestigenden UFO Ablagetürme verräumt wurden. 
Ein befreiendes Gefühl so ein Nähfrühjahrsputz. Könnte ich eigentlich ganz leicht öfter haben, am Ausgangsmaterial würde es definitiv nicht scheitern.


In diesem Fertigstellungsflow nähte ich auch den Saum und die Knöpfe an diese schöne Kurzjacke. Und schwupps war sie fertig. Schnitt "Mona" aus der Maison Victor, den ich freundlicherweise von Frau Nahtzugabe ausgeliehen bekam, nachdem ich ihre tolle Jacke anprobieren durfte.
Ich habe diese Jacke bedeutend gekürzt, denn ich wollte sie wirklich richtig kurz. Nun sitzt die Saumlänge sogar über dem etwas hüftigen Hosenbund.
Den schwarzgrundigen Stoff, der aufgrund der Stoffstruktur hier auf den Fotos nicht ganz schwarz aussieht, kaufte ich im letzten Spätsommer auf dem Markt in Altona. 
Lustigerweise hatte ich davor das gleiche Muster dort auch schon auf Viscosejersey gefunden und mir daraus ein Maxikleid genäht. Hier gezeigt und hier beides zusammen fotografiert, leider schlecht zu erkennen.




Die Jacke ist komplett gefüttert. Das Futter der Jacke hatte ich mal aus einem Buttinette Überraschungspaket. Hätte ich mir so sicher nicht gekauft, aber nun schon zum zweiten Mal ganz begeistert eingesetzt.



Die tollen bezogenen Druckknöpfe bekam ich von Monikate geschenkt, die uns letztes Jahr zum Mottotag "Frühlingserwachen" mit der legendären Schubkarre voller Stoff begeisterte. (hier)

 

Die Jacke selbst ist nicht zwingend frühlingshaft, aber solche kurzen dünnen Jacken kann man jetzt endlich auch wieder ohne was drüber anziehen. Und die üppige Blüten- und Knospenpracht macht einfach gute Laune.



Schluppen-T-Shirt nach T-Shirt-Standardschnitt

Ich bin gespannt, ob es noch mehr Schwarz bei diesem Mottotag zu sehen gibt. Und wer noch alles mit Blüten den Frühling begrüßt. Hier gehts zum MMM-Blog.