Mittwoch, 2. September 2015

MMM 27/2015: Das Welpenkleid mit Hunden drauf

Da ja das Sommerende von den Meteorologen seit Tagen angekündigt wurde, habe ich in den letzten Tagen noch ganz bewusst und intensiv Webstoffsommerkleider getragen, die ich im Urlaub nicht dabei hatte.
So kam gestern mein geliebtes Welpenkleid nochmal ganz luftig zum Einsatz, bevor ich es wieder nur noch mit Strickjacke tragen kann.


Eigentlich sind auf dem Stoff gar keine Welpen sondern ausgewachsene Dalmatinerartige Hunde abgebildet. Das Kleid hatte ich mir aber im April zum 18.Geburtstag meines Sohnes genäht, als ich die ganze Zeit wehmütig dachte "Nun ist der kleine Welpe groß". Da lag die Namensgebung einfach zu nahe,

Ja, das ist Uferstoff, was da ganz unauffällig über meiner Handtasche hängt...
Als Schnittgrundlage für das anliegende Oberteil diente mir auch dieses Mal wieder das Elisalex (By Hand London). Hier (ebenfalls mit Faltenrockteil) und hier (mit einem angesetzten Tellerrock)  hatte ich das Oberteil auch schon verwendet. (Aber noch nie den im Schnitt vorgesehenen Tulpenrock)

Auf diesen Archivbildern kann man erkennen, wie gut das Oberteil sitzt. Der Schnitt mit den Wiener Nähten lässt sich zwar im Prinzip gut anpassen, aber ich brauche immer ewig, bis es dann auch wirklich gut passt. Jedes Mal ändere ich die Papierschnittteile danach weiter ab. Trotzdem muss ich beim nächsten Mal wieder ewig anprobieren und ändern  Was ich absolut verabscheue. 
Und darf dann dabei feststellen, wie schief und unsymmetrisch ich tatsächlich bin. Im Prinzip bräuchte ich Teile für das rechte und das linke Seitenteil. Und das Mittelteil dürfte ich auch nicht im Stoffbruch zuschneiden. Kennt ihr das auch?
Bei diesem tollen Stoff habe ich mir auch viel Mühe mit den Falten und den Hunden gegeben. Und deshalb die Faltenbreite an der Hundelänge orientiert.
An den Wiener Nähten mussten leider ein paar Hunde Körperteile einbüßen. Aber insgesamt blieben erstaunlich viele komplett.

Vor kurzem zeigte auch pearl agent ihr blaugrundiges Hundekleid beim MMM.  Gleicher Stoff, gleiche Ufermarktstoffquelle, gleiche Liebe, andere Farbe.

Auf dem MMM-Blog heißt uns heute Frau bunte Kleider nach der Sommerpause willkommen und in einem tierisch schönen Wickelkleid. Mit pasendem Untendrunter!!!! Und ihr so?

Freitag, 28. August 2015

Kleine Urlaubsnachlese

Bevor ich völlig das Bloggen verlerne, melde ich mich endlich mal aus dem Urlaub zurück mit einer kleinen Nachlese.
Wie nicht anders zu erwarten, war der schwarze Jumpsuit mein Basisurlaubsteil. Ich hätte 3 Wochen komplett darin wohnen können.



Der einzige Nachteil (neben der Sache mit dem Toilettengang in exotisch anmutenden Toiletten) gegenüber dem Tragen von Kleidern ist der fehlende Sommerwind an den Beinen.
Getreu Silvias Motto "Kein Urlaub ohne Jerseykleider" hatte ich also auch noch ca. 6 Jerseykleider in den Koffer gepackt (wie das mit den 5 Paar Schuhen passieren konnte weiß ich jetzt nicht, waren ja auch ein Paar Flip-Flops dabei, näh!) und gut war.
Die einzige gekaufte Oberbekleidung im Koffer war ein beiger Strickmantel, den ich auf dem Arsenal-Foto als Gürtel trage ;))
In den vielen müßigen Urlaubsstunden wurde mir natürlich klar, dass ich unbedingt noch ein paar selbstgemachte unifarbene Strickmäntel brauche....aber das tut jetzt hier eigentlich nichts zur Sache....

Webware durfte nur als bügelfreies Burdalappenkleid mit.




Zwei Sommerkleider aus dem letzten Jahr haben sich bewährt:
Das geringelte Karnevalskleid:

Das ist tatsächlich das, wonach es aussieht: ein französischer Baguetteautomat, aus dem leckeres, knackig -warmes Baguette rauskommt, wenn man einen Euro einwirft.


Und mein erstes Tiramisu  (im H+M Stil):
Im Hochsommer jagen sich in den Dörfern die spannendsten Flohmärkte. Herrlich das! Blöd nur, wenn man schon mit knapp maximal zulässigen Kofferflugzeuggewicht angereist ist und die paar Taschenbücher zum Dalassen, die man als Gewichtsreserve eingerechnet hat, doch nicht so schwer sind wie gedacht.
Zum Glück sind Nähnerdglücksfunde mnachmal gar nicht so schwer

In diesem Sommer habe ich ja schon mehrere Voguewickelkleider genäht, hier eine bislang unverbloggte Variante aus Viscosejersey:
 

Hachz!!

Zwei neue Tiramisu habe ich in den letzten Sekunden vor der Abfahrt auch noch zusammengeklöppelt:



Wie auch schon Monika in Frankreich feststellte: Wachstuch und Tischdeckenstoffe ohne Ende
Dieses Tiramisu mit Blumen fand mein Liebster so grauenhaft zu lang, dass ich es kurzerhand auf der Urlaubsterrasse gekürzt habe

Leider kann man den Unterschied durch die 5cm weniger Saumlänge auf dem nächsten Foto nicht erkennen, aber es war eine wirklich effektive Maßnahme



Ansonsten habe ich tatsächlich nichts - ja richtig gelesen- NIX genäht. Dabei hatte ich mich so gefreut, dass Freunde mir die Nähmaschine nach Südfrankreich ins Ferienhaus mitgenommen hatten. Zum Glück hat meine Tochter sich immerhin 3 Lavendelsäckchen genäht.

Aber -und darüber habe ich mich sehr gefreut- mein Strickflow kam zurück:
Kein Urlaub ohne Balkonmantel
Und zum Abschluss dieses Posts unser Urlaubsbesichtigungshighlight: Das Schuhmusem in Romans-sur-Isère (hier eine kurze Kurzbeschreibung).
Eine beeindruckende Sammlung und sehr informativ aufbereitete (unbedingt einen Audioguide nehmen!) Reise durch die Geschichte der Schuhe. Tagelang fielen uns immer wieder Details aus dieser Ausstellung ein. Wann und warum wurde es gern gesehen, wenn sich Frauen in ihren Schuhen nicht alleine fortbewegen konnten? Warum trugen Männer Stiefel mit Stulpen, in die es hineingeregnet hat? Warum taucht die vorne hochgezogene Sohle (Schnabelschuh) in so vielen verschienden Kulturen auf?
Die Exponate werden in Klosterzellen gezeigt, dadurch bewegt man immer in thematisch abgeschlossenen Einheiten.
Vor lauter Begeisterung habe ich leider kaum Fotos gemacht....
Die goldenen Stiefeletten aus den 20-er Jahren wollt ihr nochmal sehen, oder? Bitteschön:

Tja, und mittlerweile hat mich der Alltag schon wieder voll in Beschlag genommen.....

Mittwoch, 29. Juli 2015

MMM 26/2015 Vermutlich der Sommerurlaubskofferknaller: Mein schwarzer Overall

Heute zeigen wir uns auf dem MMM-Blog beim letzten Treffen vor der Sommerpause, was wir in unseren Urlaubskoffer packen wollen. (oder schon gepackt hatten)

Ich gehöre zu denen, die ungern mit viel Gepäck reisen. Volle, schwere Koffer machen mir immer schlechte Laune. Und wenn ich beim Heimkommen Dinge auspacke, die ich nicht benutzt habe wirds noch schlimmer... Die berühmte Frage nach den reduzierten Dingen für eine einsame Insel finde ich also fürs Kofferpacken ziemlich reizvoll. (Es gibt aber Familienmitglieder, die das komplett anders sehen)
Auch wenn ich mir in den letzten Tagen noch ein paar Jerseyteilchen aka Tiramisu genäht habe, ist mein absoluter Favorit dieser Overall.  Er kommt der optimalen MULTIfunktions-Urlaubsklamotte sehr, sehr nah. Ist saubequem, knitterfrei und passt einfach zu allem. Ein Stylingwunder und für Accessoirelooserinnen wie mich eine wunderbare Übung. (Im Urlaub hätte man ja theoretisch auch viel mehr Zeit für solche schönen Spielereien, oder?)
Aktuell ist er schon mein Lieblingsteil, leider heute auch nur in Kombination mit meinem Frühlingsmantel, der sich wetterbedingt gerade auch zum Sommermantel 2015 mausert. ;((

Uns zieht es diesen Sommer erst ein paar Tage nach London (da soll es auch nicht wärmer werden als die hier in Berlin gewohnten 21°C) und dann endlich mal wieder nach Südfrankreich (hoffentlich Sonne pur!) Ich rechne also mit Temperaturunterschieden, die ich mit diesem Overall sicher gut überbrücken kann.
Ärmel und Beinaufschläge lassen sich krempeln, der Reißverschluss in der vorderen Mitte kann beliebig weit geöffnet werden. Der Overall ist insgesamt weit genug, so dass ich auch noch was drunterziehen kann / könnte.

Obwohl gerade überall spannende Jumpsuitschnitte aus dem Boden sprießen, hatte ich mich für einen eher "richtigen" Overall nach dem Schnitt aus der Burda easy F/S 2014 entschieden, der schon auf meiner Liste steht, seit ich die beiden tollen Modelle von Philo (hier und hier) gesehen hatte.
Ich fand einen super geeigneten Stoff im Lager, ganz dünn und luftig, trotzdem völlig blickdicht und auch mit angenehmem Stretch. Und das ganze in sommerlich schönem Schwarz. Ich rätsele schon eine Weile, wo ich den Stoff wohl her habe. Und noch mehr, warum ich davon nicht noch viel, viel mehr gekauft hatte.
Burda easy fashion F/S 2014
Die drei Burda Serviervorschläge haben zur allgemeinen Verwirrung ganz verschiendene Passformen. Auch auf der gut strukturierten russischen Burdaseite, die ich für meine Recherche mal wieder anklickte (hier) sieht man ganz unterschiedliche Weitegrade. Meinen Overall wollte ich angenhem locker und leger, aber nicht zu blusig haben. Das liess sich -ausgehend von einer Gr.38- recht gut anpassen.
Der Schritt ist nur leicht tiefergelegt, der Bund befindet sich hüftig. Für Frauen ohne Taille genau das Richtige.

Ich habe letztlich auch keinen Bindegürtel in den Tunnelbund gezogen (wie das von Burda vorgesehen ist) . Auch ein eingezogenes Gummiband -meine geplante Alternative- sah an mir komisch aus. Bei Bedarf kann ich einen richtigen (hüftweiten) Gürtel durch die Schlaufen ziehen, die ich mir dafür eingebaut habe.



Den vorderen Reißverschluss fand ich im ersten Moment ein bißchen zu jugendlich für mich, wollte ihn aber aus Bequemlichkeits- und Toilettengründen auch nicht in die hintere Mitte verlegen. Als ich von den Herausforderungen las, vor denen into tailoring stand, als sie eine geeignete Einstiegsöffnung für ihren tollen selbstkonstruierten Jumpsuit suchte, habe ich mich dann flugs doch für das Einsetzen eines nahtverdeckten Reißverschlusses in der vorderen Mitte entschieden und bin jetzt begeistert von dieser Lösung.
Damit ich den Overall auch etwas geöffnet tragen kann, habe ich einen Beleg gebastelt.


Leider kann man auf den Fotos nicht alle Details gut erkennen. Ich hoffe, meine Begeisterung kommt trotzdem rüber.
Ich könnte den Anzug mit Goldschmuck nämlich sowohl zu einer Party tragen...

 Als auch ganz pur an den Strand:

Und ihr? Seid ihr auch schon am Kofferpacken?
Ich bin sehr gespannt auf all die anderen Sommerurlaubskofferfavoriten, die wieder hier auf dem MMM-Blog zu sehen sind.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer, erholsame Ferien oder entspannten Alltag. Geniesst den August!

Freitag, 24. Juli 2015

Das Burdalappenkleid

Als ich vor einigen Jahren eine kurze japanische Nähphase hatte, entstand durch das Ausleihen der entsprechenen Bücher nicht nur meine Freundschaft mit Catherine sondern auch ein Kleid Hängerchen, welches mich seitdem die ganz, ganz heißen Sommertage hat überstehen lassen:


Kein Kleid für ein Date oder eine coole Party, aber wenn es so richtig heiß da draußen ist und ich trotzdem eher bedeckt aus dem Haus gehen möchte ist dieses formlose Hängerchen aus Seersucker immer genau das richtige gewesen. Es ist überall weit und lässt dadurch auch überall Luft durch.

Mittlerweile träumte ich von einem würdigen Esatz für dieses in die Jahre gekommene Teil. Einen tollen Viscose-Vichykarostoff hatte ich vor 2 Jahren von Monika und Tina geschenkt bekommen. Und in der Burda 3/2015 war ein Schnitt, dem ich dieselben luftigen Eigenschaften zutraute wie dem japanischen Klimawunder.
Modell 110 Burda 3/2015
Das rot-blaue Hawaiimuster hat mich sofort in den Bann gezogen. Gleichzeitig war mir bei Betrachten der Schnittmuszerzeichnung aber auch sofort klar, dass Burda beim Fotografieren ganz sicher mit Wäscheklammern im Rücken gearbeitet hat. Der formgebenden Rest wurde durch den geschickten Einsatz der Handtasche erledigt. Das Kleid ist natürlich keinesfalls tailliert!!!

Die eigentlich klar erkennbar sehr breite Schulterpartie (Yvonne hat das gleich bemerkt)  habe ich auf dem Foto aber trotzdem nicht wahrgenommen, sondern erst beim Nähen mit viel Anpassungsspaß verflucht.

Das Kleid ist also ein absolut gerade geschnittenes, im Rücken in Falte gelegtes Hemdblusenkleid mit einem rechteckigen Lappenteil an einer Seite!

Je nachdem wie stark dieser Lappen aufklappt oder -weht erscheint das Kleid schmaler oder weiter.

Ursprünglich hatte ich auf beiden Seiten die Lappenteile darn, das fand ich beim Zuschnitt einfacher. Am Kleid gefiel mir das Assymetrische dann viel besser.


Der leicht gecrepte Stoff trägt sich nicht nur absolut herrlich, sondern liess sich auch problemlos waschen und nähen, was ja nicht auf alle Viscoesstoffe zutrifft (hier bei Lucy findet man eine tolle Sammlung von Verarbeitungstipps für Viscose)
 Und weil sich das Kleid so toll tragen lässt, kommt hier jetzt eine kleine Bilderflut vom windigen Flugfeld:





 Und für euch habe ich im Windkanal auch getestet, wie weit der Lappen auffliegen kann.



Der Wind schafft es, einen halben Oberschnekel freizulegen, aber das passiert nur ganz selten. Selbst beim Fahrradfahren fühle ich mich nicht entblößt.

Und die von Burda beim Titelmdell gezeigte Variante mit Gürtel funktioniert tatsächlich auch. Ich denke, man kann die Silhouette erkennen, obwohl mich hier der Autofokus meiner Kamera im Stich gelassen hat: