Mittwoch, 3. Mai 2017

MMM 9/2017 Motto Blumen in altem Burdakleid

Heute ist nicht nur Mittwoch sondern auch noch mehr....
Z.B. Mottotag beim MMM: Thema Blumen. 


Blumen sind ein Thema, mit dem ich mich bereits näher beschäftigt habe anlässlich des BMM - Blümchenmonat Mai, einer Aktion die Meike / Frau crafteln 2012 organisiert hat. Damals nähte ich mehrere Blümchen-/Blumenklamotten, von denen ich noch 2 Kleider besitze.
Dieses Burdakleid (hier 2013 schon mal gezeigt) war lange eines meiner absoluten Lieblingskleider, bis es mir dann vom Gefühl her zu kurz wurde. Es ist nicht beim Waschen eingegangen, sondern mein Alter und die Rocklänge fingen an, nicht mehr miteinander zu harmonieren. Und so blieb es immer öfter im Schrank liegen und wanderte immer weiter nach unten. Bis ich es demletzt bei einer Ausmisteaktion wieder in den Händen hielt und Hemmungen verspürte, es auf den Verschenkestapel zu legen. Denn -tadaaa- der Saum ließ sich noch um ein paar cm rauslassen und mit einem schwarzen Jerseystreifen verstürzen. Besonders froh bin ich, dass man trotz der wirklich häufigen Wäschen die ehemalige Saumkante nicht an einem hellen Streifen erkennen kann.


Jetzt habe ich also ein ehemaliges Lieblingskleid hoffentlich revitalisiert. Ich bin gespannt, ob ich es nun wieder regelmäßig tragen werde. "Irgendwas" kann ja trotzdem immer noch sein.

Ich mag das Blumenmuster sehr, habe viele schöne Erinnerungen an Tage in diesem Kleid.


Einzig die Passform im Oberkörper würde ich heute beim Neunähen optimieren.
Und auf jeden Fall lieber eine Strumpfhose anziehen, wenn ich gleich aus dem Haus gehe.


Noch mehr Blumen gibt es auf dem MMM-Blog, ich bin gespannt, was es da alles an floralen Mustern und Erkenntnissen zu entdecken gibt.

Sonntag, 23. April 2017

Grün, grün, grün ist mein neuer Mantel

Letztes Jahr im November entdeckte ich auf dem Maybachufermarkt ein Reststück grüne "Alles Wolle"-Wolle-mit-irgendwas. Es ist sowieso immer schwer, schönen grünen Stoff zu finden und in diesem Farbton ist mir noch nie so richtig was über den Weg gelaufen. Nicht Oliv, nicht Petrol, nicht Gras, nicht Flasche- nein, einfach ein tolles warmes Mittelgrün.


Leider war der Rest nicht allzu groß, etwas um die 1,55m Länge an der längsten Stelle.
Ich stand vor der Wahl, einen Rock daraus zu nähen oder doch einen Mantel zu versuchen.
Der Versuch gelang und ich schafte es, den bereits zweimal genähten Mantelschnitt 108A aus der Burda 1/2016 aus dem Reststück zugeschnitten zu bekommen (Version eins hier, Version zwei hier). Nur für den Stoffgürtel fehlte es an Material. Der ließ sich nicht einmal zusammenstückeln, was mich beim Nähbeginn nicht weiter störte, kommt Zeit - kommt Lösung. Meine schwammige Idee war es, einen Gürtel aus Krawatten zusammenzustetzen.....


Abgewandelt habe ich den Schnitt, indem ich nicht nur wieder die merkwürdigen Schulterklappen wegfallen ließ, sondern diesmal auch die mir im Schulterbereich etwas zu üppigen Originalärmel durch die Ärmel des Isla Trenchs (named pattern) ersetzte.

Das Nähen bis zu dem Punkt "fast fertig" ging schnell. Dann paarte sich meine übliche Abschlussschwäche mit dem Gürtelproblem. Und ich fand keine Zeit mehr zum Nähen. Es wurde kalt, ich kaufte eine neue Nähmaschine, verbrachte die Weihnachtstage faul im Bett und plötzlich war es Frühling.
Unterwegs schaute ich mich immer mal wieder wenig zuversichtlich nach grünem Stoff und -tada!- nach grünen Kaufgürteln um. Denn -das war mir völlig klar- die gibt es noch seltener als schöne grüne Stoffe.

 
So hing der Mantel, fast fertig und gürtellos. Bis ich dann plötzlich Ende März DEN Gürtel fand. Unfassbar. Exakt passendes Grün mit orangem Innenleben. 


Ich konnte mein Glück kaum fassen. Und obwohl der Gürtel ("TH" Logo sei dank ;) teurer als das ganze Mantelmaterial war, musste ich ihn natürlich mitnehmen. Die Euphorie hielt an, ich habe den Mantel ruckzuck fertig genäht und dem Gürtel kleine Schlaufen geschenkt.


Letztlich fehlten nur noch die Tragefotos. Mit Selbstauslöserautomatik machte ich ungefähr 100 Stück. Alle ohne Kopf, manche sogar ganz ohne mich:


Auf einigen konnte man meinen Kopf immerhin im Ansatz erahnen:


Und dann noch diese zurechtgeschnitten - da war ein häßlicher blauer Mülleimer im Hintergrund. Man kann einfach nicht alles haben. Hauptsache der Mantel ist toll!

Mittwoch, 19. April 2017

MMM 8/2017 Hollyburn in oliv

Ich zähle meine Hollyburn-Röcke nicht mehr. Ich habe sie in vielen Farben und Stoffqualitäten und liebe sie fast alle.
Heute trage ich meinen Olivfarbenen, irgendwann im letzten Jahr genäht aus einem lange aufbewahrten Stoffrest von einem Tochterkleid. (Welches ich ganz liebreizend und wunderschön fand, das das eigensinnige Kind aber NIE getragen hat). Ihr hört es raus, es stecken Emotionen drin im Stoff.



In echt ist der Saum nicht schief. Komisch, Hollyburnröcke sehen auf meinen Fotos immer sehr schief aus.

Auch die Strickjacke ist ein emotional behaftetes Teil aus meinem Kleiderschrank. Sie gehörte irgendwann in den späten 70ern meiner Mutter und ich liebte die Pferde darauf immer sehr (damals war ich ein leidenschaftliches Pferdemädchen). 
Die Strickjacke war mal ein ganzes Stück länger.



In all den anno-irgendwann-Zeiten, als ich noch nicht mal wusste, dass es so Geräte wie eine Overlock überhaupt gibt, habe ich trotzdem munter T-shirts genäht und bedenkenlos Strickstoffe verarbeitet. Aus Pullis Strickjacken gemacht oder -wie hier auch- Strickjacken auf meine Länge gekürzt, indem ich das Bündchen abgeschnitten und weiter oben wieder angenäht habe. Je nach Lust und Laune diese Naht manchmal -aber nicht immer- noch mit einem Zickzackstich versäubert.
So auch bei dieser Jacke. Man sieht die Kürzung von außen nicht. Das Kürzungsraster folgte den Knopfabständen. Zu dem Rock könnte die Jacke noch etwas kürzer sein.....


Und was tragt ihr? Etwas ganz Neues wie Claudias tolles Kleid heute auf dem MMM-Blog? Oder auch was Altes in Kombination mit etwas ganz Altem?

Mittwoch, 12. April 2017

MMM 7/2017 Im Ozelot-Raven

Hallo, ich heiße Wiebke und habe mir ein neues Kleid genäht.
Dieses Mal kein endlich fertig genähtes Liegengebliebenes (mit diesen UFO-light-Teilen beschäftige ich mich gerade intensiv und verhältnismäßig diszipliniert) sondern ein ganz neues aus einem auch gerade erst zusammen mit Lotti Katzkowski auf dem Maybachufermarkt gekauften Animalstoff. Ozelot in großgemustert.

Der Schnitt ist Raven aus der Maison Victor (hier mein erstes Exemplar mit Schnittmusterzeich-nung), das Hängerchen mit der tiefsitzenden Beuteltasche.

Der Stoff hat etwas Stand, etwas Stretch und ganz viel Gemütlichkeit.

Alle Kanten mit Blenden verstürzt und von Hand unsichtbar angenäht
Da er nicht in ausreichender Menge vorhanden war (ich habe 1,50m bestellt und tatsächlich auch nur 1,50m bekommen), mussste ich die Ärmel um 8cm kürzen. Was ich jetzt im nachhinein richtig gut finde. Was mir aber während des Nähprozesses etwas Kopfschmerzen bereitete, da der Ärmel normalerweise eingekräuselt an ein Bündchen genäht wird. Das wäre bei der knapp Überellenbogenlänge merkwürdig geworden. Nun habe ich Ärmel ohne Kräusel und ohne Bündchen. Erstaunlicherweise war auch die Weite des Ärmels genau richtig für diese Variante.

Ich wollte die Tasche dieses Mal etwas höher einnähen, hatte es dann aber vergessen. Jetzt sitzt sie also original tief.


Mehr MeMade Kleidung am Mittwoch gibt es wieder auf dem MMM-Blog. Unsere heutige Gastgeberin ist Dodo, die uns nicht nur ein Osterei präsentiert sondern eine komplette MeM
ade-Gaderobe.

Mittwoch, 5. April 2017

MMM 6/2017 Nähfrühjahrsputz

Zu meinem aktuellen Nähverhalten würde eigentlich eher das Motto Frühjahrsputz passen, ich nähte nämlich gerade ein paar UFOs light weg. Also solche UFOs, die auf einem Stuhl neben der Nähmaschine lagern und noch nicht in einen der sich immer mehr verfestigenden UFO Ablagetürme verräumt wurden. 
Ein befreiendes Gefühl so ein Nähfrühjahrsputz. Könnte ich eigentlich ganz leicht öfter haben, am Ausgangsmaterial würde es definitiv nicht scheitern.


In diesem Fertigstellungsflow nähte ich auch den Saum und die Knöpfe an diese schöne Kurzjacke. Und schwupps war sie fertig. Schnitt "Mona" aus der Maison Victor, den ich freundlicherweise von Frau Nahtzugabe ausgeliehen bekam, nachdem ich ihre tolle Jacke anprobieren durfte.
Ich habe diese Jacke bedeutend gekürzt, denn ich wollte sie wirklich richtig kurz. Nun sitzt die Saumlänge sogar über dem etwas hüftigen Hosenbund.
Den schwarzgrundigen Stoff, der aufgrund der Stoffstruktur hier auf den Fotos nicht ganz schwarz aussieht, kaufte ich im letzten Spätsommer auf dem Markt in Altona. 
Lustigerweise hatte ich davor das gleiche Muster dort auch schon auf Viscosejersey gefunden und mir daraus ein Maxikleid genäht. Hier gezeigt und hier beides zusammen fotografiert, leider schlecht zu erkennen.




Die Jacke ist komplett gefüttert. Das Futter der Jacke hatte ich mal aus einem Buttinette Überraschungspaket. Hätte ich mir so sicher nicht gekauft, aber nun schon zum zweiten Mal ganz begeistert eingesetzt.



Die tollen bezogenen Druckknöpfe bekam ich von Monikate geschenkt, die uns letztes Jahr zum Mottotag "Frühlingserwachen" mit der legendären Schubkarre voller Stoff begeisterte. (hier)

 

Die Jacke selbst ist nicht zwingend frühlingshaft, aber solche kurzen dünnen Jacken kann man jetzt endlich auch wieder ohne was drüber anziehen. Und die üppige Blüten- und Knospenpracht macht einfach gute Laune.



Schluppen-T-Shirt nach T-Shirt-Standardschnitt

Ich bin gespannt, ob es noch mehr Schwarz bei diesem Mottotag zu sehen gibt. Und wer noch alles mit Blüten den Frühling begrüßt. Hier gehts zum MMM-Blog.

Mittwoch, 29. März 2017

MMM 5/2017 Simpel, schlicht und alltagstauglich


Heute habe ich kleidungstechnisch allen Grund zum Rumhampeln Rumhüpfen. Zwei Lieblingsschnitte kombiniert: Hollyburn und mein T-shirt-Standardschnitt. (Punjab von der Schnittquelle)


Den roten Wollstoff hatte ich im Dezember bei einem spontanen Stoffladenbesuch (Stoff-Ideen in der Berliner Wilmersdorfer Str) zusammen mit Floh und Frau Rothedinge gekauft. Den Rock dann auch zügig zugeschnitten, aber erst vor 2 Wochen endlich fertiggenäht - in wunderbarster Gesellschaft (Malou hat das WE toll beschrieben)  und von Team Rot beflügelt.

Was soll ich groß zum zum Schnitt Hollyburn schreiben? Wäre ein Leben ohne diesen Schnitt möglich oder gar sinnvoll?
Ich habe wieder die Mittelnähte vorne und hinten weggelassen, den Reißverschluss in die Seitennaht verlegt und einen Formbund drangenäht.
Von dem schwarz-weißen Streifenshirt habe ich mehrere Exemplare, denn ein Leben ohne schwarz-weiße Streifenshirts wäre definitv nicht sinnvoll. Also aus klamottentechnischer Sicht.

Auf dem MMM-Blog begrüßt uns heute Ina / Filzladen in einem edlen, hermesesken Maxirock, den ich schon in echt bewundern konnte. Echt tolles Teil, müsst ihr euch unbedingt angucken.,.

Mittwoch, 22. März 2017

MMM 4/2017: Vorturnen in herbstlichem Kleid

Ich bin heute zum ersten (kalendarischen) Frühlings-Mittwoch Gastgebern auf dem MMM-Blog... und das ausgerechnet in einem Herbstkleid.



Obwohl Orange, Gelb und Türkis auch im Frühling in der Natur vorkommen (schaut euch den sonnigen Ostseestrand auf meinen Beweisfotos an), sind bei meinem Stoff alle Farben herbstlich abgemildert. Und dann auch noch Karos. Ich befürchte, diese Art Karos sind einfach Herbst. Besonders wenn sie auf so einem Boucléartigen Stoff, daherkommen. So locker und leicht er eigentlich ist, wirkt er von außen betrachtet eher wollig.



Aber ist nicht nach der Saison vor der Saison? Und darf/soll ich als Herbsttyp nicht sowieso auch ganzjährig Herbstfarben tragen? Außerdem habe ich auch ein selbstgenadeltes, farblich bestens passendes Frühlingsjäckchen (vom FJKA 2014)...





Aber hey - genug der Rechtfertigungsversuche. Letztlich kam es mit diesem Kleid so:
Einst kaufte ich den Karostoff, um daraus das Burdakleid mit den raffinierten Abnähern im VT zu nähen. (Modell 117 Burda 11/2006)


Diese gekreuzte Teilungsnaht in Kombination mit Karos schien mir eine tolle Idee. Aber ein unbestimmtes Gefühl hielt mich damals von der Umsetzung ab. Nicht nur musste ich an diesem Kleid (hier), als ich es 2011 aus unifarbenem Stoff nähte, unendlich viel anpassen, auch dass das Stoffmusterkaro nicht symmetrisch ist, fiel mir erst nach dem Kauf zuhause auf. Es kam wie es oft bei mir kommt, der Stoff blieb jahrelang liegen und schichtete sich in meinen Stapeln immer weiter nach unten.
Im Gegensatz zu manch anderem Stoffschätzchen blieb er mir aber immer im Gedächtnis, so dass ich ihn in diesem Winter ganz gezielt wieder heraussuchte. Denn plötzlich fand ich die Idee spannend, herauszufinden, ob ich durch die Kleiderschnittanpassung der letzten Jahre genug Erfahrung gesammelt haben würde, um diesen Schnitt jetzt gezielter und besser angepasst zu bekommen. Und sogar gleichzeitig der zusätzlichen Musterherausforderung gewachsen wäre.

Ich schnitt die Oberteile zu, das Vorderteil nach dem ersten Zusammenstecken gleich noch einmal mit einem etwas gedrehten Fadenlauf und merkte, dass das mit dem Karos, dem Schnitt und mir so nix werden würde.
Zwei Varianten Karo ungeschckt zu verwenden
Frustriert, lustlos und schon reichlich müde holte ich ein anderes, bereits abkopiertes vorderes Oberteil von Burda raus (Modell 121 Burda 11/2012), das bei der Erstvernähung (link) trotz stundenlanger Anpasserei auch nur zu einem unbefriedigenden Passformergebnis geführt hatte.



Und plötzlich und völlig unerwartet wurde aus Minus plus Minus ein dickes Plus. Die beiden Teile passten auf Anhieb super aufeinander und OHNE ANPASSUNG an mich. Völlig unbegreiflich, so etwas kannste dir nicht ausrechnen.
Ich dachte, so etwas passiert nur den Glücklichen, die einen Grundschnitt haben.

Meine an diesem Abend schon eingeschlafene Näheuphorie kam zurück. Ich probierte sofort und erfolgreich das Ansetzen eines in Falten gelegten Rechtecks als Rockteil. Bis ich im mitternächtlichen Dämmer dann das zweite Rockteil aus Versehen gegen den Fadenlauf zuschnitt. Kann bei Karo im Halbschlaf ja mal passieren. Ich aber war so genervt, dass ich das Ganze zur Seite und mich schlafen legen musste. Während ich am nächsten Tag wieder aufstand, blieb das Kleidfragment viele Wochen liegen. Bis ich letztes Wochenende in wunderbarster Gesellschaft 3 Tage im Schatten einer imposanten sächsischen Burg nähen durfte.
Die gefühlt letzte Gelegenheit. Hätte ich das Kleid jetzt nicht fertig gestellt, wäre es damit garantiert nie mehr was geworden. Und so habe ich nicht nur schon mein erstes Herbstkleid 2017, sondern auch noch ein Kleidungsstück mit ganz vielen eingenähten Erinnerungen. Denn dank der wohlwollenden Nähgesellschaft nähte ich geduldig ein unsichtbar zusammengesetztes rückwärtiges Rockteil, einen störrischen Reißverschluss ein und auch noch einen Gürtel zum Kleid. Nähen macht glücklich. Und in toller Begleitung noch glücklicher!




Und deshalb trage und zeige ich euch heute dieses Herbstkleid im Frühling.

Karopassung am Rückteil

Karopassung am Vorderteil

Ich denke, wir werden hier heute bei unserer mittwöchlichen Runde viel Frühlingshaftes zu sehen bekommen. Und auch viele Tragefotos, die endlich wieder im Freien aufgenommen werden konnten. Ich bin so froh, dass die Jahreszeit der dunklen Zimmerfotos erst einmal wieder vorbei ist.



Mittwoch, 15. März 2017

MMM 3/2017: Tuuli mit Hahnentritt

Am letzten Wochenende habe ich endlich mal wieder etwas ausgiebiger genäht. Und das auch noch in allerbester kompletter MMM-Team-Runde. Wir haben nicht nur MMM-Pläne geschmiedet, sondern auch ausgelassen gequatscht, gelacht und genäht.

Ich wollte endlich mal wieder einen für mich neuen Schnitt ausprobieren. Tuuli von Named, ein Schnitt, der bereits in höchsten Tönen gelobt wurde (z.B. hier, hier und hier). Mir gefiel, was ich auf den Fotos sah. Und die Aussicht auf ein schnelles Jerseykleidergebnis auch sehr.



Mein Stoff ist ein seit längerem gelagerter Hahnentritt-Viscosejersey vom Maybachufer. Das Stoffmuster schien mir wie geschaffen für diesen schlichten Schnitt.

Leider irritiert mich dieses Kleid beim Tragen. Die Stoffqualität ist toll, das Muster war leider aber nicht optimal. Die Karopassung beim Anpassen hatte ich sehr unterschätzt.
Der Rock, ein in Falten gelegtes Rechteck, muss definitiv an der richtigen Körperstelle sitzen. Das war bei diesem Stoffmuster schwierig. Die Karolinien verlaufen an meinem schiefen Körper nicht waagerecht und somit war auch keine harmonische oder gar im Vorfeld geplante Passung am Übergang Oberteil zu Rockteil möglich.


Von vorne sieht es nun einigermaßen gerade aus. Ich hatte die Overlocknaht nach einem ersten Zusammensetzen nochmal mühevoll komplett aufgetrennt und nachgebessert.


Aber hinten müsste ich eigentlich nochmal ran - falls ich dazu jemals wieder Geduld und Lust haben sollte. Vielleicht hilft auch einfach ein breiter Gürtel gegen die schiefe und zu tief sitzende Naht.

Oberes Vorder- und Rückteil aus dem dünnen Voscosejersey habe ich komplett mit Flutschstretch gedoppelt und beides wie eine Lage vernäht. Den Beleg wie üblich rechts auf rechts an den Ausschnitt genäht, diesen Beleg eingeschlagen und von aussen unsichtbar mit der Hand an dem Flutsch angenäht.


Den Schnitt finde ich immer noch schön, auch wenn mich dieses Kleid im Moment nicht überzeugt.


Das Rockteil hat eine schöne Weite.

Ich gebe dem Schnitt noch eine zweite Chance und habe ihn deshalb nochmal aus einfarbigem Jersey zugeschnitten. Ich bin gespannt, ob ich dann da die richtige Stelle für die Quernaht besser finde.

Auch unsere heutige MMM-Gastgeberin Sybille musste am letzten Wochenende die Taillennaht ihrer Latzhose nochmal auftrennen. Das Endergebnis ist überzeugender als mein Kleid.
Und wie sieht es bei euch aus? Tragt ihr auch trotz Trennspaß, schiefer Nähte und Karoärger eure selbstgemachten Sachen mit Freude?